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DU hast die Wahl ! DU bist die Wahl! (Caspersens Kunstblock zur Bundestagswahl 2017)

2017 ist das Bundestagswahljahr. Es ist nun zeitig Herbst geworden und im Blätterwald raschelt es allerorten.
Nun hängen Sie wieder die Portraits der Politischen Elite und buhlen und bangen um unsere Stimme. Das Konterfei unserer Kanzlerin führt den Reigen an. Ob in spe oder a.D. ist noch nicht raus.
Aber sie kann sich vor allem dann ganz sicher wähnen, wenn die Hälfte den Wahltag verpennt ( vor allem die, die immer meinen, daß es ja sowieso nichts nützt zu wählen).
Plakate zu machen ist eine Kunst, die andere ist, dem etwas entgegenzusetzen.
Etwas daß zum Nachdenken anregt. Etwas , das mich aufwachen läßt im
„Wahldjungel- Einerlei“. Etwas , das ich nicht so erwarte, weil es ungewöhnlich ist, schräg oder „krasser als die Polizei erlaubt“.
Eigene Plakate zu kleben, mit Inhalten die mehr wider denn für sind birgt das Risiko eine Straftat zu begehen, die mit bis zu 200 Euro geahndet wird. Nicht schön für die, die es dennoch machen, erwischt werden und nicht versichert sind.
Selbst ein klasse Statement ist dann sofort in der Grauzone gelandet.
Nun habe ich aber hier „Vor:Ort“ einen jungen Aktivisten getroffen, der gerne klebt noch dazu am hellichten Tag !!! Welch Risiko, welch krasser Mut ! Ich trat an ihn heran und war erstaunt über seine Plakatier-Technik, die er mir kurz erläuterte und die mit Kleber nichts zu tun hat.
Die Plakate selbst sind eindrucksvolle „Systemkritiken“ , übrigens das Werk von „###“ , 3 Künstlern, die sich zusammentaten um Gute Polit-Plakate zu entwickeln.
Die Flexibilität und Schnelligkeit , mit der er Plakate hängte, abnahm, neu hängte und damit  demokratisch Vorhandenes auf den Prüfstand stellte suchte seinesgleichen.
Ich folgte ihm durch die Stadt und machte Fotos, er selber möchte unerkannt bleiben, obwohl er nichts überklebt, abgerissen oder beschädigt hat. Passanten blieben stehen unterhielten sich mit ihm über den tieferen Sinn dieser Aktion. Einige waren empört, andere ermunterten den Plakatierer, der so den zukünftigen Wähler einlud über diese „Galerie der Straße“ hinaus am Sonntag das Wahllokal aufzusuchen und an der richtigen Stelle ein Kreuz zu machen ( …um so des Volkes Willen kundzutun…).
Immer wieder wurde der Plakatierer angesprochen, gefragt, ob das richtig wäre, wenn er seine Werke über vorhandene Parteiplakate rüberklebe. Das Aha -Erlebnis folgte für jeden Diskutierenden mit der Erklärung seiner Technik. Verblüfft tauschte man seine Ansichten, Ängste und Nöte aus. So wie die Passanten angezogen wurden durch diese Aktion, so hielten auch die „Überplakatierten Statements“ für die Dauer der Gespräche. Es fand auf diese Weise ein friedliches Für und Wider statt, das weit über bloßer Propaganda steht: Dinge wahrnehmen, hinterfragen und gegebenenfalls den Hang zu Vorurteilen überdenken, das alles wurde vor dem Hintergrund (den Plakaten) aller Parteien besprochen.
Ein soziales Event war das, an verschiedenen Orten der Stadt Flensburg praktiziert. Dieser Plakatierer ist die Initialzündung für gelebte Demokratie zum Guten.
Deswegen muß er hier vorgestellt werden.
Eine Initiative zum Nachmachen, couragiert und ambitioniert!
Wir sollten nicht, wir müssen alle wählen gehen! Nach Joseph Beuys wäre es die größte Soziale Plastik, die es in der Kunst-und Gesellschaftsgeschichte geben würde, wenn ALLE sich beteiligen, alle wählen gehen! Auch die, gerade die, die keinen Sinn darin erkennen können ! Alles wäre danach anders, massiv anders !!!
„Nun Volk steh auf, und Sturm brich los !“, gehe wählen, egal wen, aber wähle.
Denn die Gefahr geht nicht von irgendwem aus, nicht vom Systemkritiker, nicht von der Straße. Die Gefahr besteht einzig und allein darin, nicht wählen zu gehen und damit jede Verantwortung aus den eigenen Händen zu geben.
Geht alle wählen, zeigt, daß nicht alles beim Alten bleiben muß !!!
Denkt an anziehende Plakate und den Magnetismus guter Gepräche.
Und den couragierten Plakatierer.

Johannes Caspersen // 09-2017

P.S.: Geht W-LAN!- It`s free!

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